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09. Februar 2012
Ein Brand im Thüringer Viertel in Coburg legt ein Blockheizkraftwerk lahm. 190 Personen müssen beinahe evakuiert werden. Doch um Mitternacht gibt es Entwarnung.
Coburg - Minus elf Grad sind in Coburg in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gemessen worden. Wenn bei dieser Kälte plötzlich die Heizung ausfällt, ist das etwas sehr Unangenehmes. Als am Dienstagabend ein Blockheizkraftwerk in der Erfurter Straße brennt, kommen rund 300 Personen in eine solche Situation. "Wir haben plötzlich Rauch vor unseren Fenstern gesehen. Und dann kam schon die Feuerwehr und hat uns gebeten, unsere Wohnungen zu verlassen", erzählt eine Betroffene, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. "Da habe ich Angst gekriegt, denn ich leide unter Asthma."
Brandmeldung
Es ist 19.45 Uhr, als beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK), Kreisverband Coburg, eine Brandmeldung eingeht. Die ehrenamtlichen Einheiten rücken samt zusätzlichen Personen der von der Stadt aufgestellten Unterstützungsgruppe aus.
Um 20.01 Uhr trifft die Feuerwehr mit acht Personen ein. Etwa zu diesem Zeitpunkt ist klar, dass ein Blockheizkraftwerk in Flammen steht, welches 140 Parteien in der Erfurter und Gothaer Straße versorgt. "Das entspricht rund 300 Personen, die wir eventuell hätten betreuen müssen", erklärt Wolfram Krause, Einsatzleiter vom BRK.
Nachdem sie die Eisentür zum Blockheizkraftwerk gewaltsam geöffnet hat, gelingt es der Feuerwehr rasch, den Brand zu kontrollieren, berichtet Stadtbrandinspektor Thomas Fritz. Bereits um 20.21 Uhr sind die Flammen gelöscht.
Unterdessen steht fest, dass es noch mindestens zwei Stunden dauern wird, bis Fachkräfte der SÜC die Heizungen wieder zum Laufen bringen könnten. "Eine Garantie, dass es klappt, hatten wir da auch nicht", sagt Wolfram Krause.
Drei Stunden nach der Brandmeldung wird der Einsatz unter Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes gestellt. Dieser gilt für Schadensereignisse unterhalb der Katastrophenschwelle. Sanitäter, Polizei und psychosoziale Notfallversorgung suchen in der darauf folgenden Stunde sämtliche betroffene Wohnungen auf. "Wir haben Betreuung angeboten und die Leute gefragt, ob sie irgendwo eine Übernachtungsmöglichkeit außerhalb ihres Hauses sehen", so Krause. Zusätzlich laufen die Vorbereitungen zur Evakuierung von rund 190 Personen. Die Einsatzkräfte stellen Kontakt zur CoJe in der Rosenauer Straße her, in der notfalls 130 Menschen untergebracht werden könnten. Das Technische Hilfswerk (THW) bietet 40 weitere Plätze, in die Turnhalle Ketschendorf passen noch einmal 60 Leute. "Es wären auf jeden Fall alle gut untergebracht worden", betont der Einsatzleiter.
Gegen Mitternacht tut sich für die Helfer vor Ort ein Hoffnungsschimmer auf, als eine Anwohnerin bekannt gibt, dass ihre Heizung wieder funktioniere. Nur kurz darauf gibt auch die SÜC Entwarnung: Provisorisch haben ihre Fachkräfte die Stromzufuhr des gasbetriebenen Blockheizkraftwerks an die dort zusätzlich vorhandene Heizkesselanlage angeschlossen. Die Vorbereitungen zur Evakuierung werden abgebrochen. Gegen 0.30 Uhr ziehen die Einsatzkräfte von BRK, THW, Arbeiter-Samariter-Bund, Polizei, Feuerwehr, Psychosozialer Notfallversorgung, Unterstützungsgruppe, SÜC und städtischem Ordnungsamt, das die Aufgaben der Katastrophenschutzbehörde übernimmt, wieder ab.
Keine Personenschäden
Personen sind bei dem gesamten Vorfall nicht verletzt worden. Der Sachschaden beziffert sich jedoch auf 200 000 Euro. Aus kriminalpolizeilicher Sicht gibt es keine Hinweise auf ein Fremdeinwirken. "Der Brand hat eine rein technische Ursache", erklärt Markus Reißenberger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Coburg. Da hochtechnische Anlagen fernüberwacht werden, sei bei der SÜC am Abend zwar eine Störungsmeldung für das Blockheizkraftwerk eingegangen, so Prokurist Ferenc Batyi. Allerdings war aus dieser nicht zu erkennen, dass es sich um einen Brand handle. Als der Bereitschaftsdienst der städtischen Werke am Blockheizkraftwerk eintraf, sei die Feuerwehr schon vor Ort gewesen.
Insgesamt verlief der Einsatz dank aller Helfer vorbildlich. "Das macht Hoffnung, dass man es auch schnell in den Griff kriegen wird, wenn wirklich mal etwas Schlimmeres passiert", lobt Michael Selzer, Pressesprecher der Stadt. Für die SÜC stehe nun eine Generalsanierung des Gebäudes und des Blockheizkraftwerks an, so Geschäftsführer Götz-Ulrich Luttenberger. Auch die Kesselanlage soll auf den neuesten Stand gebracht werden, da sie momentan per Handbetrieb läuft und in der Brandnacht in regelmäßigen Abständen auf Funktion überprüft werden musste. Die Brandversicherung sei ebenfalls eingeschaltet. "Die Bürger werden in dieser Sache keine Ausfälle mehr zu befürchten haben", versichert Luttenberger.
Quelle: www.np-coburg.de
Im Eisnatz waren folgende Kräfte:
BRK Rettungswache Coburg:
1 RTW
1 Kdow (OrgL)
1 Kdow (LNA)
1 Kdow (ÖEL)
1 ELW2
1 PSNV
BRK KV Coburg:
1 KBL
1 KAB
1 KBL
BRK Bereitschaft Coburg:
1 RTW
1 KTW-B
1 MZF
ASB Bereitschaft Coburg
1 RTW
1 KTW
1 GW-SAN
BRK Bereitschaft Bad Rodach
1 MTW
BRK Bereitschaft Neustadt
1 GW Technik
1 MTW
BRK Bereitschaft Hassenberg
1 GW Technik



